Hameln (aa) „Telefonische Beratungen sind mittlerweile Tagesgeschäft im Jobcenter.
Schließlich wollen wir unsere Kundinnen und Kunden sowie deren Ansprechpersonen schützen. Persönliche Kontakte sind coronabedingt nur auf das absolut notwendige reduziert. Jetzt bekommen wir mit der Videoberatung eine zeitgemäße weitere Möglichkeit der Kommunikation,“ sagt Thomas Wiese, Geschäftsführer des Jobcenters Hameln-Pyrmont.

Zum Monatsanfang fĂĽhrt das Jobcenter Hameln-Pyrmont die Videoberatung ein. Es ist eins von vier weiteren Jobcentern im Bereich Niedersachsen-Bremen, die dieses Verfahren erproben.

Was bedeutet das fĂĽr die Kundinnen und Kunden?
„Wir müssen natürlich Erfahrungen sammeln. Das gilt für unsere Fachkräfte genauso wie für unsere zu beratenden Menschen“, erklärt Wiese. „Die Teilnahme ist freiwillig und wird zuvor telefonisch besprochen. Auch für unsere Beratungskräfte ist es ja Neuland, wir sind alle ganz gespannt, welche Erfahrungen wir gerade in der ersten Zeit sammeln.“

Ein Videogespräch ist kein voller Ersatz für ein persönliches Beratungsgespräch. Es bietet edoch großen Vorteil wenn z.B. ein Video-Bewerbungsgespräch mit einem potentiellen Arbeitgeber vorbereitet werden kann. Zunächst dürfte das Sich-Vertraut-Machen mit der
Technik im Vordergrund stehen. Auch das ist eine Herausforderung, die gemeistert werden will und durchaus für Erfolgserlebnisse sorgen kann. Benötigt wird für eine Videoberatung ein Computer mit Kamera und Mikro oder Headset. Laptop, Tablet oder auch Smartphone sind ebenfalls geeignet. Dazu muss ein Internetzugang vorhanden sein über LAN, WLAN oder einen vergleichbaren mobilen Zugang. Eine besondere Software oder App ist nicht zu installieren. Im Vorfeld einer Videoberatung steht ein Telefonat. Es wird nochmal genau erklärt, wie das Verfahren ist. Vor dem Videotermin erhält die Kund*in eine E-Mail-Einladung mit einem persönlichen Link. Dieser Link führt in den virtuellen Beratungsraum. Und schon kann die Beratung beginnen.

Durch die Corona-Pandemie bestehende physische Kontaktbeschränkungen und eingeschränkte Präsenzangebote haben spĂĽrbare Auswirkungen insbesondere im Kundenkreis der Langzeitarbeitslosen. Hier bietet die Videoberatung einen neuen Ansatz, die betreffenden Menschen auch mit Bild und Interaktion zu erreichen. Gespannt ist man im Jobcenter, wie viele zu betreuende Personen an der Videoberatung interessiert sind. „Die Videoberatung ist ein Angebot, mit dem wir Kundengruppen erreichen wollen, die von dieser Pandemiezeit besonders betroffen sind. Das sind beispielsweise die oder der  Alleinerziehende oder jemand mit gesundheitlichen Einschränkungen,“ so Thomas Wiese.

Angebot gilt fĂĽr alle Kunden
„Angesprochen sind aber generell alle Kunden, die ein Anliegen haben und dieses ohne Kontakt und Anfahrt an das Jobcenter herantragen wollen“. Noch etwas ist ihm wichtig. „Natürlich ist der Datenschutz vollumfänglich gewahrt. Die Gespräche werden nicht aufgezeichnet, die Daten lokal auf eigenen Servern der Bundesagentur für Arbeit verarbeitet. Sie sind für Dritte nicht zugänglich.“, so Wiese.

Bundesweit werden bis zum Sommer insgesamt 45 Jobcenter – gemeinsame Einrichtungen über die Bundesagentur für Arbeit (BA) das Angebot der Videokommunikation aufnehmen und erproben. Die gewonnenen Erfahrungen werden seitens der BA ausgewertet für eine spätere flächendeckende Bereitstellung für alle Jobcenter. Deshalb erfolgt jeweils nach Ende der Videoberatung eine automatisierte anonyme Kurzbefragung mittels geschlossener Antwortvariablen zur Akzeptanz, Nutzerfreundlichkeit und einem Weiterempfehlenswert.