Seit Juli sind in Niedersachsen drei neue Beratungsstellen fĂŒr Menschen, welche von rassistischen, antisemitischen oder rechten Übergriffen und Gewalttaten betroffen sind, aktiv.

Bisher wurde das Beratungsangebot fĂŒr ganz Niedersachsen von einem TrĂ€ger abgedeckt. Die drei dafĂŒr neu geschaffenen RegionalbĂŒros sollen eine flĂ€chendeckende Beratung anbieten und proaktiv auf die Betroffenen,  ihre Angehörigen und  Zeugen rechter Gewalttaten zugehen, so die niedersĂ€chsische Justizministerin, Barbara Havliza, in einer Pressemitteilung des NiedersĂ€chsischen Justizministeriums.

Einer der der ProjektzuschlĂ€ge ging dabei an einen Verein aus Hildesheim, welcher fĂŒr die Region SĂŒdniedersachsen zustĂ€ndig sein wird. Das Migrationszentrum Asyl e.V. weitet somit sein Profil aus und ist sehr froh darĂŒber, seine Adressaten auch zu dieser Thematik professionell beraten zu können, so ein Mitarbeiter der Betroffenenberatung, der aus SicherheitsgrĂŒnden anonym bleiben möchte.

„Bei derzeit ĂŒber 10.000 BeratungsgesprĂ€chen im Jahr, berichten unsere Adressaten auch regelmĂ€ĂŸig ĂŒber strukturbedingte Diskriminierung, Anfeindungen und sogar körperliche Angriffe. Wir hoffen, sie auch bei dieser Problematik, welche fĂŒr sie leider den Alltag darstellt, adĂ€quat unterstĂŒtzen zu können“, berichtet der Berater weiter. SelbstverstĂ€ndlich stehen die Beratenden allen betroffenen Menschen in der Region SĂŒdniedersachsen zur VerfĂŒgung und kommen fĂŒr BeratungsgesprĂ€che auch gerne zu ihnen in den Wohnort.

„Die Beratung ist kostenlos und niedrigschwellig. Mit der Beratung vor Ort möchten wir den Betroffenen Hemmschwellen nehmen und proaktiv auf sie zugehen“, ergĂ€nzt der Koordinator des Beratungsprojekts.

UnterstĂŒtzt werden die neuen RegionalbĂŒros von bereits bestehenden Strukturen vor Ort, der Mobilen Beratung und dem Landes-Demokratiezentrum im NiedersĂ€chsischen Justizministerium. Nach einer Einarbeitungs- und Strukturierungsphase soll die Betroffenenberatung mit einem divers aufgestellten Team intensiviert werden. Gefördert werden sie ĂŒber das Bundesprogramm Demokratie Leben des Bundesministeriums fĂŒr Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Betroffene, Angehörige oder Zeugen aus den Hameln können sich telefonisch unter 0179 12 55 333 oder per E-Mail [email protected] an die Beratungsstelle wenden, um ersten Kontakt herzustellen oder einen Termin zu vereinbaren.

Die Kontaktaufnahme ist auch auf Englisch, Arabisch, Farsi, Kurdisch, Französisch, Spanisch und Russisch möglich.