Betrugsversuch in Hameln gescheitert: Falscher Polizist bei Geldübergabe festgenommen

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Polizei Blaulicht
Symbolbild. Foto: Archiv

Eine 79-jährige Frau wurde am Montag, 9. September, beinahe Opfer dreister Betrüger. Zum Glück bekam die Seniorin Zweifel und informierte die Polizei, die einen der Täter festnehmen konnte.

Am Vormittag hatte ein Mann, der sich als Polizeibeamter ausgab, die Hamelnerin angerufen und ihr mitgeteilt, dass die Polizei eine Person festgenommen habe, bei der ein Zettel mit dem Namen der 79-Jährigen gefunden worden sei. Man gehe davon aus, dass die festgenommene Person es auf die Ersparnisse der älteren Dame abgesehen habe. Der Anrufer wies die Hamelnerin daher an, ihr Geld von der Bank zu holen, damit ein Polizeibeamter dieses später abholen und sichern könne.

Die 79-Jährige soll zudem angewiesen worden sein, den Hörer ihres Telefons nicht aufzulegen. Durch diese Anweisung verhindern Betrüger offenbar, dass die angerufenen Personen die echte Polizei informieren. Nachdem die Seniorin im Laufe des Vormittags jedoch den Hörer mehrfach ans Ohr nahm und die Leitung tot klang, legte sie auf, um sich ein Taxi zu rufen.

Mit dem Taxi fuhr die Hamelnerin zur Bank und hob einen vierstelligen Bargeldbetrag ab. Als sie wieder zu Hause war, rief der angebliche Polizeibeamte erneut an und fragte, ob die Frau das Geld bereits von der Bank geholt habe. Als sie dies bejahte, wurde ihr zugesagt, dass das Geld in Kürze abgeholt werde.

Nach dem Telefonat bekam die Seniorin jedoch Zweifel, rief die Polizei in Hameln an und schilderte den Sachverhalt. Zivilbeamte postierten sich daraufhin vor dem Haus und warteten.

Gegen 17.30 Uhr klingelte eine männliche Person an der Haustür der 79-Jährigen. Als die alte Dame dem Mann einen Umschlag mit dem Bargeld reichte, schlugen die Zivilbeamten zu. Der Täter, bei dem es sich um einen 43-jährigen Mann aus Wuppertal handelt, wurde festgenommen.

In seiner Vernehmung gab der 43-Jährige an, dass er von einem Bekannten beauftragt worden sei, Geld bei einer Freundin abzuholen. Er sei mit dem Bekannten, dessen Namen er allerdings nicht kenne, nach Hameln gefahren und in der Nähe des Hauses der “Freundin” abgesetzt worden. Der Fahrer habe ihm die genaue Adresse genannt und dann im Auto gewartet.

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Das für Betrugsdelikte zuständige 3. Fachkommissariat vermutet, dass der Fahrer die Festnahme des sogenannten Läufers beobachtet hat und daraufhin geflüchtet ist. Bei dem Fluchtfahrzeug soll es sich nach Angaben des Festgenommenen, um einen grauen Golf handeln.

Die Polizei Hameln sucht daher mögliche Zeugen, de in der Tatzeit (9. September, 17 bis 17.30 Uhr) einen grauen VW Golf mit Kennzeichen aus Nordrhein Westfalen (ev. W, wie Wuppertal) gesehen haben. Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei Hameln unter der Telefonnummer 05151/933-222 entgegen.

Die Staatsanwaltschaft Hannover hat noch am Dienstag, 10. September, Haftbefehl gegen den 43-Jährigen Läufer beantragt. Dieser ist zwischenzeitlich erlassen worden.

Achtung

Die Polizei warnt ausdrücklich vor falschen Polizisten am Telefon:

Am Telefon versuchen sie ihre Opfer unter verschiedenen Vorwänden, dazu zu bringen, Geld- und Wertgegenstände im Haus oder auf der Bank an einen Unbekannten zu übergeben, der sich ebenfalls als Polizist ausgibt. Dazu behaupten die Betrüger beispielsweise, dass Geld- und Wertgegenstände bei ihren Opfern zu Hause oder auf der Bank nicht mehr sicher seien oder auf Spuren untersucht werden müssten. Dabei nutzen die Täter eine spezielle Technik, die bei einem Anruf auf der Telefonanzeige der Angerufenen die Polizei-Notrufnummer 110 oder eine andere örtliche Telefonnummer erscheinen lässt.

Tipps der Polizei:
– Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung.
– Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis.
– Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben. Wichtig: Lassen Sie den Besucher währenddessen vor der abgesperrten Tür warten.
– Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten.
– Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.
– Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf.
– Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

(red)