E-Mobilität in Hameln: Behindertenparkplätze durch die neuen Stationen versetzt

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Ladesäulen E-Mobilität Hameln Stadtwerke
Eine der neuen Ladesäulen steht am Hamelner Bahnhof. Foto: Brümmer

Zu Beginn diesen Jahres gab es in den ersten Städten in Deutschland Dieselfahrverbote. Ein Resultat von zu hohen Stickoxid-Werten und somit zu viel Verkehr auf den Straßen. Auch in Hameln ist die Feinstaubbelastung hoch und der Stickoxid-Wert kritisch. Die Stadt möchte dem entgegenwirken mit dem Masterplan Mobilität. Dieser berücksichtigt auch das Thema E-Mobilität. Die Stadtwerke Hameln haben nun einen wichtigen Schritt in diese Richtung gemacht und vier weitere Schnellladestationen installiert. „Bereits seit 2011 bieten die Stadtwerke mit ihrer E-Ladestation vor dem Kundencenter in der Hafenstraße die Möglichkeit, E-Mobile zu laden. Im Dezember 2015 ging eine weitere öffentlich zugängliche Ladesäule für E-Autos in Betrieb: die Schnellladesäule an der Hochschule Weserbergland (HSW). Nun sind vier weitere Ladestationen dazugekommen: Die Schnellladestationen stehen an den relevanten Hamelner Parkpunkten Kastanienwall, Erichstraße, Am Posthof und am Bahnhof“, berichtet Ilka Albrecht von der GWS Stadtwerke Hameln.

Ladestationen auf Behindertenparkplätzen

Das sind zunächst positive Nachrichten für die Rattenfängerstadt, doch die neuen Säulen sorgten gleichermaßen für Aufregung unter den Bürgern. Zum einen wurden die neuen Schnellladestationen meist dort errichtet, wo zuvor Behindertenparkplätze waren. „Alle Plätze wurden in Zusammenarbeit zwischen Stadt und Stadtwerken festgelegt. Es war uns wichtig, die Säulen in der Nähe der Altstadt beziehungsweise citynah zu positionieren“, erklärt Janine Herrmann von der Stadt Hameln. Natürlich sollen die Parkplätze für Menschen mit Behinderungen nicht wegfallen, sondern in nächster Zeit, neben oder vor den Säulen, ersetzt werden. „Sowohl in der Erichstraße als auch bei allen anderen Ladesäulenstandplätzen werden alle Behindertenparkplätze ersetzt. Dafür werden diese eventuell etwas versetzt, werden aber immer noch in der unmittelbaren Umgebung vorhanden sein“, ergänzt die Pressesprecherin.

Neue Säule im Wendehammer

Das zweite Problem betrifft die neue Ladestation am Bahnhofsplatz. Sie befindet sich im Wendehammer und ist so platziert, dass ein Wenden in einem Zug nicht mehr möglich ist, wenn die Säule genutzt wird. Dies sorgte gerade in den sozialen Netzwerken für Unmut. Doch die Stadtwerke und die Hamelner Verwaltung haben für dieses Problem bereits eine Lösung parat. „Der Standort der E-Ladesäule beziehungsweise der Parkplätze ist mit der Stadt Hameln abgestimmt und passt zu den neuen Überplanungen des Bahnhofsvorplatzes. Laut Stadt beginnen in den nächsten Tagen bereits die Umsetzungsarbeiten hierzu. Zukünftig fährt man dann nicht mehr auf der selben Spur zurück, sondern auf der anderen Seite, es entsteht somit ein richtiger Rundverkehr. Das Ein- und Ausfahren auf der selben Spur entfällt. Der Standort für die Ladestation und die dazugehörigen Parkplätze ist bereits dementsprechend gewählt worden. Somit sollte die jetzige Situation in Kürze bereits der Vergangenheit angehören“, berichtet Albrecht. Vor ein paar Tagen sind die Arbeiten zum „neuen“ Bahnhofsplatz gestartet. „Die Ladesäule selbst wird nicht versetzt. Zukünftig wird es für Autofahrer nicht mehr nötig sein, dort an/um den Kreisel zu fahren. Nur wenn jemand laden will, muss er in „die hintere Ecke“ fahren. Es sollte also nicht zu Problemen mit geparkten Fahrzeugen und dem fließenden Verkehr kommen“, ergänzt Herrmann. Auch neue Behindertenparkplätze sind für den Bahnhof bereits geplant.

90 Elektroautos im Landkreis

Auch wenn derzeit noch nicht so viele Elektrofahrzeuge im Landkreis auf den Straßen zusehen sind, ist ein Trend ganz klar zu erkennen. „Insgesamt waren in dem Landkreis Hameln-Pyrmont am 1. Januar 2017 88.980 Personenkraftwagen zugelassen. Darunter befanden sich 57 Elektrofahrzeuge, 1. Januar 2018: 89.808 Personenkraftwagen gesamt/ 90 Elektrofahrzeuge. Also eine deutliche Steigerung“, so Albrecht. Dieser Trend schlägt sich auch in der Entwicklung der Tankvorgänge der letzten Jahre nieder. An der Ladestation an der Hafenstraße wurde 2013 lediglich 98 mal „getankt“, 2016 waren es 425 Tankvorgänge und 2018 bereits 1088. „Die Nachfrage nach Lademöglichkeiten ist stark gestiegen. Als örtlicher Netzbetreiber tragen wir dem Rechnung und haben unsere Ladekapazitäten nun deutlich erhöht“, schlussfolgert Albrecht.

Pläne für die Zukunft

Auch für die Zukunft planen die Stadtwerke in Abstimmung mit der Stadt weitere Ladesäulen, genaue Standorte gibt es dafür derzeit noch nicht. „Vorerst wollen wir Erfahrung sammeln mit den aktuell neu aufgestellten Ladesäulen. Die Stadtwerke Hameln leisten viele Beiträge zum Klimaschutz. Der Ausbau der Elektromobilität ist durch Reduzierung der Schadstoffbelastung ein wichtiger Baustein zur Erreichung der Klimaschutzziele. Wir hoffen, dass die Automobilindustrie interessante Fahrzeugangebote auf dem Markt bringt und dass die Elektromobilität an Fahrt aufnimmt“, sagt Albrecht.

Zudem wollen die Stadtwerke auch bei Sanierungen oder Umbauten von Parkanlagen das Thema im Auge behalten. Nicht nur für E-Autos, sondern auch für E-Bikes gibt es eine Akku-Ladestation in der Fahrradabstellanlage am Bahnhof.