Elternhaltestelle in Afferde eingerichtet – Stadt und ADAC ziehen an einem Strang

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Elternhaltestellen
So sehen die neuen Elternhaltestellen aus. Foto: Stadt Hameln.

Reifen quietschen, Kinder laufen zwischen wild parkenden Autos hin und her und dann gibt der eine Vater auch noch Gas, um schnell zur Arbeit zu kommen. Seine Kinder sind ja schließlich sicher in der Schule abgeliefert worden. Solche Szenen sind vor vielen Schulen schon Alltag – verursacht durch die sogenannten Elterntaxis. Damit ist jetzt Schluss! Vor insgesamt vier Grundschulen richten Stadt und ADAC ab sofort Elternhaltestellen ein. Den Anfang macht die Grundschule in Afferde.

Manchmal können Eltern einfach nicht auf das Auto verzichten. Damit direkt vor der Schule keine Kinder und auch keine anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet werden, gibt es die sogenannten Hol- und Bringzonen. In einer Entfernung von mindestens 250 Metern zum Eingang haben Eltern hier die Möglichkeit, ihre Kleinen abzusetzen. Die Entfernung zur Schule ist eines der Kriterien, die der ADAC zur Standortbewertung für Elternhaltestellen ansetzt. Weitere Kriterien sind die Schulgröße, die Zahl der Stellplätze (mindestens vier sollten es sein), Fahrgeschwindigkeiten, Verkehrsstärke und Hauptfahrtrichtungen sowie der sichere Fußweg zur Schule. Hameln hat diese Kriterien erfüllt, deshalb gibt es jetzt die deutlich sichtbaren weiß-blauen Elternhaltestellen-Schilder.

Neben der Grundschule Afferde werden auch an den Schulen in Tündern, Klein Berkel und die Grundschule Hohes Feld in den kommenden Wochen entsprechende Schilder aufgestellt. Damit sind vier von 13 Grundschulen durch die Stadt und den ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt mit den „Elternparkplätzen“ ausgerüstet. Die restlichen Grundschulen werden schnellstmöglich mit den Schildern versehen.

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Hintergrund
Zahlreiche Studien haben nachgewiesen, dass sich der Schulweg zu Fuß, per Rad oder Roller positiv auf die Entwicklung auswirkt: Durch das aktive Teilnehmen am Straßenverkehr können die Kinder früh ein Bewusstsein für Gefahrensituationen entwickeln. Auch aus Sicht der Unfallstatistik stellt die Mitfahrt im Pkw ein größeres Problem für Kinder von sechs bis neun Jahren dar als die Fortbewegung mit jedem anderen Verkehrsmittel. So kommen jährlich mehr Kinder im Pkw der Eltern zu Schaden als durch die selbstständige Mobilität zu Fuß. Laut Unfallzahlen aus dem Jahr 2017 verunglückten bundesweit rund 40 Prozent der Sechs- bis Neunjährigen als Mitfahrer im Pkw, rund 30 Prozent als Fußgänger und 25 Prozent als Radfahrer.
Damit die Kinder, gerade im ersten Schuljahr, sicher in der Schule und zuhause ankommen, empfiehlt der ADAC den Eltern, den Schulweg intensiv zu üben.

(red)