Der starke Anstieg der Neuinfektionen mit dem Coronavirus schrÀnkt das öffentliche Leben zunehmend ein. Auch die Gedenkfeier zur Reichspogromnacht am Montag, 9. November, ist davon betroffen.

Der Teilnehmerkreis wird zum Schutz aller begrenzt, teilt nun das Rathaus Hameln mit. Dies sei zwar fĂŒr so einen wichtigen Gedenktag unglĂŒcklich, das Infektionsgeschehen lasse aber keine andere Möglichkeit zu, bedauert OberbĂŒrgermeister Claudio Griese.

Eine Teilnahme ist deshalb nur mit persönlicher Einladung möglich. „Die Erinnerung an die Ereignisse vor nunmehr 82 Jahren hat in Hameln einen sehr hohen Stellenwert. Diese Tradition werde ich mit Überzeugung fortfĂŒhren, weshalb ich diese BeschrĂ€nkung auf einen ausgewĂ€hlten Teilnehmerkreis sehr bedauere. Die Entwicklung des aktuellen Infektionsgeschehens lĂ€sst uns hier jedoch keinen Spielraum“, so OberbĂŒrgermeister Claudio Griese.

Die JĂŒdische Gemeinde Hameln, die JĂŒdische Kultusgemeinde Hameln-Pyrmont, die Gesellschaft fĂŒr Christlich-JĂŒdische Zusammenarbeit Hameln e.V. rufen gemeinsam mit der Stadt Hameln zu einem stillen, individuellen Gedenken an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft auf. Die eingeladenen mĂ€nnlichen Teilnehmer werden gebeten, eine Kopfbedeckung wĂ€hrend der Gedenkfeier zutragen.

Mehr als hundert jĂŒdische Kinder, Frauen und MĂ€nner wurden ermordet
In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten in ganz Deutschland Synagogen. JĂŒdische GeschĂ€fte und Wohnungen wurden geplĂŒndert und zerstört. Auch in Hameln brannten die Nationalsozialisten die Synagoge nieder. Tausende jĂŒdische Kinder, Frauen und MĂ€nner wurden aus Deutschland vertrieben. Mehr als hundert Hamelner BĂŒrgerinnen und BĂŒrger jĂŒdischen Glaubens wurden im Holocaust ermordet.