Hameln beteiligt sich an Aktion „Städte gegen Todesstrafe“

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Hamelner Rathaus
Das Rathaus in Hameln. Foto: Brümmer / Archiv

Gedenkstunde am Donnerstag vor dem Münster

Das Thema bleibt hochaktuell: Noch immer wird in vielen Ländern der Erde die Todesstrafe vollstreckt. In der Türkei gibt es aktuell sogar Bestrebungen, die Todesstrafe wieder einzuführen. In Hameln wird am Donnerstag, 30. November, um 18 Uhr ein Zeichen gegen die Todesstrafe gesetzt. Die Hamelner Ortsgruppe von Amnesty International hat eine Gedenkveranstaltung vorbereitet. Dazu sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen. Die Münsterkirche wird an diesem Abend wieder grün angestrahlt – als Symbol der Hoffnung.

„Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe”: So heißt das Netzwerk, das sich im Jahr 2002 gebildet hat. Hameln ist seit 2008 mit dabei und beteiligt sich seitdem an den jährlichen Aktionstagen. In diesem Jahr werden Bürgermeisterin Karin Echtermann und Pastorin Friederike Grote vor dem Münster Ansprachen halten. Musikalische Beiträge sind ebenfalls geplant.

Seit Beginn der weltweiten Kampagne im Jahr 2002 wurde in über hundert Ländern zu Aktionen, Projekten und Veranstaltungen aufgerufen, um für die Achtung des Lebens zu sensibilisieren. Der internationale Tag „Cities for Life” am 30. November ist nach Veranstalterangaben die weltweit größte Mobilisierung von Städten und Bürgern für Menschlichkeit und Achtung der Menschenrechte. In Deutschland haben sich in den vergangenen 16 Jahren fast 200 Städten mit Veranstaltungen an dem Aktionstag beteiligt.

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Mittlerweile haben 140 Staaten der Erde die Todesstrafe ganz abgeschafft oder wenden sie in der Praxis nicht mehr an, nur eine Minderheit von 58 Staaten übt diese Praxis noch aus. Ein starkes Signal hat Papst Franziskus im Oktober gesetzt, indem er sich deutlich gegen die Todesstrafe von Seiten der katholischen Kirche ausgesprochen hat. Es sei eine unmenschliche Maßnahme, die die Würde des Menschen herabsetze, sagte der Papst.

Leider bleiben aber besorgniserregende Nachrichten nicht aus. Insbesondere aus den Krisengebieten des Nahen Ostens werden steigende Vollstreckungszahlen gemeldet, in der Türkei wird über eine Abstimmung im Parlament zur Wiedereinführung der Todesstrafe nachgedacht. „Daher bleibt der globale Einsatz für eine Kultur des Lebens weiter dringend erforderlich“, heißt es von Seiten der Gemeinschaft Sant’Egidio. Diese christliche Laienbewegung mit über 70.000 Mitgliedern in 74 Ländern der Welt engagiert sich unter Beteiligung zahlreicher Organisationen im Kampf gegen die Todesstrafe und hat die Aktion „Cities for life – Städte für das Leben“ gegründet.

Der 30. November wurde für den Aktionstag gewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1786 das Großherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe für abgeschafft erklärte. Für die 1998 initiierte Unterschriftenkampagne für ein Moratorium der Todesstrafe hat die Gemeinschaft Sant’Egidio bisher fast 6 Millionen Unterschriften gesammelt. Außerdem pflegen Mitglieder von Sant’Egidio weltweit Hunderte von persönlichen Brieffreundschaften mit Todeskandidaten und unterstützen viele im persönlichen Einsatz.