Hameln. Die Sanierungsarbeiten am Gebäude „1.5K“ in der Jugendanstalt Hameln sind abgeschlossen. Michael Brassel, Leiter des Staatlichen Baumanagements Weser-Leine, hat heute das Gebäude wieder an den Leiter der Jugendanstalt, Wolfgang Kuhlmann, zur Nutzung übergeben. In diesem Gebäude sind die Suchtabteilung mit 17 Haftplätzen sowie der medizinische Bereich mit Behandlungsräumen, Röntgenbereich und Zahnarztpraxis untergebracht.

Sanierungsbedarf bestand schon einige Zeit
In dem Gebäude gab es bereits seit längerer Zeit einen Sanierungsbedarf insbesondere bei den Leitungs- und Lüftungssystemen. Unausweichlich wurden die Sanierungsarbeiten durch einen irreparablen Schaden am Abwassersystem. Denn aufgrund dieses Schadens waren Hafträume nicht mehr belegbar und die Räume für die medizinische Versorgung nicht mehr verfügbar.

„Zu Untersuchungen, die zuvor in der Jugendanstalt durchgeführt werden konnten, mussten nun Inhaftierte unter Bewachung in Krankenhäuser und Arztpraxen in der Umgebung gebracht werden“, sagte Wolfang Kuhlmann. „Trotz der erschwerten provisorischen Bedingungen ist es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der betroffenen Bereiche gelungen, den Dienst tadellos aufrechtzuerhalten.“

Umfassende BaumaĂźnahmen mit hohem Sicherheitsstandard

Das Staatliche Baumanagement Weser-Leine hat insbesondere

  • die vorhandenen Asbestzement-Abwasserleitungen ausgebaut,
  • die kompletten Versorgungs- und Entsorgungsleitungen sowie die LĂĽftungs- und Sanitäranlagen saniert,
  • die Elektroverteilungen, die Beleuchtung, die Sicherheitstechnik und alle Bodenbeläge erneuert.
  • alle TĂĽren, Fenster und Vergitterungen im gesamten Gebäude durch sicherere Bauelemente ersetzt,
  • eine Zellenkommunikationsanlage in jedem Haftraum eingebaut,
  • eine KameraĂĽberwachung im medizinischen Bereich installiert sowie
  • das Sicherheits- und Brandschutzkonzeptes umgesetzt.

„Bei den Arbeiten haben wir ein besonderes Augenmerk auf hohe Sicherheitsstandards gelegt“, so Michael Brassel. „Zudem haben wir durch die energetische Sanierung und den Einbau moderner Elektro- und Beleuchtungstechnik eine nachhaltige Bewirtschaftung ermöglicht. Zukünftig werden die Kosten für die Verbräuche deutlich reduziert.“

Neben den Einsparpotentialen steht auch für Wolfgang Kuhlmann der Sicherheitsaspekt an erster Stelle: „Gemeinsam mit dem Staatlichen Baumanagement konnten wir eine weitere Vollzugsabteilung optimal ausstatten. Auch bei den künftig anstehenden Sanierungen wird ein Schwerpunkt auf der sicheren Unterbringung liegen.“

Die Kosten der Sanierung belaufen sich auf rund 2,2 Millionen Euro.

Ăśber die Jugendanstalt Hameln
Aufgabe der Jugendanstalt ist es, junge Gefangene wirksam zu erziehen und zu fördern, damit sie nach ihrer Entlassung nicht wieder straffällig werden und sie gleichzeitig sicher unterzubringen. Die 1980 eröffnete Jugendanstalt Hameln ist die einzige Jugendstrafvollzugseinrichtung in Niedersachsen und mit ihren 644 Haftplätzen die größte in der Bundesrepublik Deutschland. Weitere Informationen: www.jugendanstalt-hameln.niedersachsen.de

Ăśber das Staatliche Baumanagement Weser-Leine
Das Staatliche Baumanagement Weser-Leine führt als eines von acht staatlichen Bauämtern in Niedersachsen Baumaßnahmen des Landes und des Bundes durch. Mit rund 170 Beschäftigten betreut das Amt mehr als 2.200 Bauwerke in den Regionen Diepholz, Hameln-Pyrmont, Nienburg, Schaumburg und Verden sowie in der westlichen Region Hannover. Weitere Informationen: www.nlbl.niedersachsen.de/weser-leine