Am Donnerstag hat Landrat Dirk Adomat die Jugendanstalt Hameln besucht. Sein besonderes Interesse galt dem praktizierten Umwelt- und Artenschutz in der Jugendanstalt.

Der Landrat, selbst passionierter Imker, zeigte sich tief beeindruckt vom „Knastgold“, den die Gefangenen unter der Leitung von Justizvollzugsfachwirt und Hobby Imker Viktor Kolb und natĂŒrlich mithilfe der vier anstaltseigenen Bienenstöcke produzieren. Neben der Herstellung selbstgemachten Honigs steht aber auch die Sinnhaftigkeit dieses besonderen Freizeitangebotes fĂŒr die Inhaftierten im Vordergrund: Das Imkern schĂ€rft das Bewusstsein fĂŒr die Umwelt, erfordert Ruhe und Gelassenheit und erzieht zur Übernahme von Verantwortung.
„Den Inhaftierten macht es großen Spaß, sich um die Bienenvölker zu kĂŒmmern und dafĂŒr zu sorgen, dass es ihnen gut geht“, erklĂ€rt Kolb.

Ohne Bienen geht es auch nicht bei einem Gruppenprojekt mit Inhaftierten, das ein Teil der Ausbildung zur/zum Justizvollzugsfachwirt/-in ist. FĂŒr die teilnehmenden Gefangenen geht es vor allem um praktische und handwerkliche Arbeit. DarĂŒber hinaus sollen Kenntnisse ĂŒber den Artenschutz vermittelt werden.
Mit dem Insektenhotel „Bee Happy“ wurde ein Gruppenprojekt verwirklicht, das von Dauer ist und Mensch und Umwelt nĂŒtzt. Das GelĂ€nde der Jugendanstalt ist mit einer FlĂ€che von rund 20 ha mit viel GrĂŒn praktisch wie gemacht fĂŒr ein Insektenhotel, das nach den Empfehlungen der NaturschutzverbĂ€nde gestaltet ist.

Landrat Dirk Adomat war von dieser Idee so begeistert, dass er nicht lange ĂŒberlegen musste, um auch fĂŒr das Kreishaus ein Insektenhotel „made in TĂŒndern“ in Auftrag zu geben. „Das GelĂ€nde rund um das Kreishauses wird immer grĂŒner und gleicht einer bunten BlĂŒhwiese.

Daneben der Teich, der sich immer mehr zu einem Biotop fĂŒr Tiere und Pflanzen entwickelt. Fehlt eigentlich nur noch ein Insektenhotel“, so Adomat.

„Eine sinnvolle Freizeitgestaltung und das Erleben, NĂŒtzliches fĂŒr Mensch, Tier und Umwelt zu bewirken, setzt die positiven Ressourcen der jungen Inhaftierten frei. Sie haben so die Möglichkeit ein neues, positives Selbstbild zu entwickeln“, betont Wolfgang Kuhlmann, Leiter der Jugendanstalt Hameln.

Der Landrat lobte das große Engagement, mit dem in der Jugendanstalt Hameln junge Gefangene effektiv gefördert, erzogen und motiviert werden, um nach ihrer Entlassung nicht wieder straffĂ€llig zu werden.

Zum Abschluss seines Besuches bedankte sich Adomat bei Anstaltsleiter Wolfgang Kuhlmann fĂŒr die eindrucksvolle Vorstellung der beiden vorbildlichen Projekte, die dem Arten- und Naturschutz in hohem Maße Rechnung tragen und den Wissens- und Erfahrungsschatz der jungen Menschen nachhaltig bereichern.