Der Kastanienwall steht seit diesem Sommer ohne BĂ€ume da. Zwischen Januar und August mussten 31 der ursprĂŒnglich 38 Kastanien entlang des Walls gefĂ€llt werden, da sie zunĂ€chst von einer Rindenkrankheit betroffen und schließlich von einem Pilz befallen worden waren. Lediglich sieben BĂ€ume konnten erhalten werden. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, soll die Allee nun im kommenden Jahr wieder grĂŒner werden.

„Wir wollen, dass der Kastanienwall im nĂ€chsten Jahr seinen Allee-Charakter zurĂŒckbekommt“, erklĂ€rt OberbĂŒrgermeister Claudio Griese in einem Video. Die Verwaltung plane, die stadtbildprĂ€gende Allee in ihren ursprĂŒnglichen Zustand zurĂŒckzuversetzen und zugleich dem Klimawandel Rechnung zu tragen. Um möglichst gĂŒnstige Bedingungen fĂŒr die neuen BĂ€ume zu schaffen, werden Standorte und Schutzmaßnahmen von vornherein neu gedacht. So sollen fĂŒr die neuen Pflanzen, um ausreichend Abstand zur VerkehrsflĂ€che zu schaffen, an der Nebenfahrbahn zwischen Emmernstraße und FußgĂ€ngerunterfĂŒhrung acht ParkplĂ€tze weichen und ein Parkscheinautomat umgesetzt werden.

Zwischen Sedan- und Wettorstraße mĂŒssen vor dem Pflanzen neuer BĂ€ume zunĂ€chst die Gehwege saniert und die Frage geklĂ€rt werden, wie und ob Gas- und Wasserleitungen der Stadtwerke verlegt werden können. Um eine fĂŒr alle Seiten akzeptable Lösung zu finden und insbesondere die Versorgung im Innenstadtbereich nicht zu gefĂ€hrden, werden die Jungpflanzen dort wohl erst spĂ€ter eigepflanzt werden können, wie es in der Pressemitteilung des Stadt heißt.

Von einer erneuten Bepflanzung mit Kastanien wĂŒrden Experten allerdings abraten. Es gebe keine GewĂ€hr dafĂŒr, dass die Rindenkrankheit nicht wieder auftritt – das Bakterium, das die Krankheit auslöst, sei in der Luft, im Boden, in Pflanzenresten und im Regen allgegenwĂ€rtig. Die Fachleute sehen keine Möglichkeit, das Bakterium zu bekĂ€mpfen.

So blickt die Stadt nach eigenen Angaben auch bei der Auswahl der Baumart in die Zukunft: Hoch genug mĂŒssen sie wachsen, schnittvertrĂ€glich sein sowie extrem heißen und trockenen Sommern standhalten. Gegen bekannte Krankheitserreger sollten sie weitgehend resistent sein und gut aussehen sollen sie natĂŒrlich auch. Anhand dieser Kriterien wurden zwei mögliche Baumarten ausgewĂ€hlt: Der Amberbaum, der sogenannte Kaugummibaum, und die Gleditschie „Skyline“. WĂ€hrend der Amberbaum im öffentlichen Stadtbild bisher kaum zu finden ist, kann die Gleditschie bereits an der Sudetenstraße betrachtet werden.

Mit Zustimmung der Politik könnten die ersten BÀume im SpÀtherbst 2020 gepflanzt werden. 387.000 Euro plant die Stadt in die Wiederherstellung der Allee zu investieren. (red)