In der Postbank-Filiale in Afferde soll die Finanzdienstleistung gestrichen werden. Mit diesem Vorhaben stĂ¶ĂŸt das Unternehmen allerdings auf Widerstand.

OrtsbĂŒrgermeister Björn Lönnecker hat der Postbank und der Vertriebsleitung der Deutschen Post ein Schreiben zukommen lassen, in dem er auf die Wichtigkeit des Finanzbereichs in der GeschĂ€ftsstelle in Afferde hinweist und im Namen der Bevölkerung und des Ortsrats dessen Erhaltung fordert. BeigefĂŒgt hat er eine Unterschriftenliste, auf welcher rund 700 Einwohner unterzeichnet haben, die den Erhalt der Finanzdienstleistung fordern.

In seinem Schreiben erklĂ€rt der OrtsbĂŒrgermeister, dass Post- und Postbankdienstleistungen „wichtige Funktionen fĂŒr die Versorgung in Afferde“ erfĂŒllen wĂŒrden und dass es ohnehin schon Defizite gebe. Die Volksbank habe bereits seit mehreren Jahren keinen Filialstandort mehr in Afferde und die ansĂ€ssige Sparkasse habe ihre Öffnungszeiten vor zwei Jahren reduziert, sodass wöchentlich lediglich an zwei Nachmittagen Ansprechpartner vor Ort seien. „Die Schließung der Filiale hĂ€tte daher negative Auswirkungen auf die Bargeldversorgung des Ortsteils“, so Lönnecker.

Er erklĂ€rt außerdem wie es in Sachen Infrastruktur in Afferde aussieht und weist auf den hohen Senioren-Anteil unter den Einwohnern von Hamelns grĂ¶ĂŸtem Ortsteil hin. Dieser liege bei etwa 21 Prozent. Die Auszahlung der Renten erfolge zudem durch den Rentenservice der Deutschen Post. „Zahlreiche Rentnerinnen und Rentner lassen sich ihre Rente nach wie vor in bar auszahlen. Geldautomaten und Geldboten stellen fĂŒr diese Zielgruppe keine Alternative dar“, schreibt der OrtsbĂŒrgermeister. Auch EmpfĂ€nger von Arbeitslosengeld II seien auf die Finanzdienstleistung vor Ort angewiesen, um Schecks vom Job-Center einlösen zu können und sich das Geld in bar auszahlen zu lassen. Die nĂ€chstgelegenen Filialen am Hefehof und in der BĂ€ckerstraße in Hameln seien so weit entfernt, dass von einem wohnortnahen Angebot nicht die Rede sein könne. Insbesondere fĂŒr mobilitĂ€tseingeschrĂ€nkte Personen sei dies nicht zumutbar.

Auf Anfrage der NW-Redaktion erklĂ€rte Postbank-Pressesprecher Ralf Palm, dass eine PrĂŒfung ergeben habe, dass „Bankdienstleistungen hier nicht mehr wirtschaftlich nachhaltig angeboten werden können“ und diese Services deshalb Ende August 2020 aus der Partnerfiliale herausgenommen werden sollen.

Die Unterschriftenlisten liegen weiterhin in der GeschĂ€ftsstelle der Postbank in Afferde, bei „Post & more“ aus.
(mik)