Ralf Wilde gibt Fachbereichsleiter-Posten im Hamelner Rathaus ab

34
Ralf Wilde_web
Ralf Wilde will seinen Posten als Leiter des Fachbereichs Umwelt und technische Dienste im Rathaus Hameln aufgeben. Foto: Stadt Hameln

Neue Aufgabe als hauptamtlicher Chef der Abwasserbetriebe

Der Leiter des Fachbereichs Umwelt und technische Dienste im Rathaus, Ralf Wilde, will sein Amt zum 31. März kommenden Jahres aufgeben. Der Stadt bleibt er als Vorstand der Abwasserbetriebe Weserbergland erhalten. Diese Aufgabe übt Wilde seit nunmehr sieben Jahren nebenamtlich aus.

Das ist auch der Grund für seinen Rückzug vom Posten des Fachbereichsleiters. „Beides zusammen geht nicht mehr“, lautet für ihn die Quintessenz nach langjähriger Doppelbelastung. Dies gelte umso mehr seit beide Aufgaben – Leitung des Fachbereichs auf der einen, Leitung der Abwasserbetriebe auf der anderen Seite – in den vergangenen Jahren „immer umfangreicher und komplexer geworden“ seien.

An zwei Tagen pro Woche zur Kläranlage zu fahren genüge angesichts der aktuellen und künftigen Herausforderungen nicht mehr, sagt Wilde. Vier bis fünf Millionen Euro investieren die Abwasserbetriebe nach seinen Worten jährlich in die Instandhaltung des Kanalsystems. Ein weiteres großes Thema ist laut Wilde die Behandlung des Klärschlamms. Zusammen mit anderen Kommunen haben die Abwasserbetriebe Weserbergland eine eigene Gesellschaft gegründet, die eine Verbrennungsanlage für Klärschlamm plant. Das 50-Millionen-Projekt soll in Hildesheim realisiert werden. Wilde ist auch hier nebenamtlicher Geschäftsführer.

Zu den weiteren Herausforderungen im Abwasserbereich zählt laut Wilde der Aufbau einer vierten Reinigungsstufe an der Hamelner Kläranlage. Damit soll es gelingen, auch Mikroplastik und Medikamentenreste aus dem Abwasser zu filtern. „Angesichts der Diskussion um die Verschmutzung der Meere mit Mikroplastik ist dies eine immens wichtige Aufgabe.“

  • Sozialpädagogisches Zentrum
  • Pfannekuchen_Sachwertmakler

Große Aufgaben warten auch im Fachbereich Umwelt. Wilde nennt den Klimaschutz – „eine Herausforderung, der wir uns alle stellen müssen und die radikales Umdenken voraussetzt“. Auch das Thema Grün in der Stadt, das Verkehrsmodernisierungskonzept und die Umsetzung des Masterplans Mobilität fordern, so Wilde, alle Kräfte. Wenn ihn eines ärgert, so ist es die Tatsache, dass er die im Masterplan Mobilität vorgeschlagene Weserquere für Fahrradfahrer zwischen Wangelist und der Kernstadt nicht mehr selbst wird voranbringen können. Seine Empfehlung ist aber deutlich: „Wenn wir Fördergelder bekommen, sollten wir diesen Schritt wagen.“

Seit fast zwölf Jahren arbeitet Wilde nun als Fachbereichsleiter im Rathaus. Der Abschied fällt ihm nach eigenem Bekunden schwer. „Der Kontakt mit Bürgern und Politik hat mir sehr viel Spaß gemacht“, resümiert der 61-Jährige. Als großen Erfolg seiner Tätigkeit sieht er die Neugestaltung der Fußgängerzone. „Es war ein hartes Stück Arbeit, aber wir haben hier viel Positives für die Stadt bewirkt.“ Oberbürgermeister Claudio Griese lässt seinen leitenden Mitarbeiter nur ungern gehen: „Herr Wilde hat im Rathaus sehr wertvolle Arbeit geleistet und stets loyal und vertrauensvoll mit mir zusammengearbeitet.“

Die Fachbereichsleiter-Stelle wird nun öffentlich ausgeschrieben.

(red)