Die Rassismusdebatte um die Vorf├Ąlle nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd und die damit verbundene Kritik an der deutschen Polizei geht an den Mitarbeitern der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont / Holzminden nicht spurlos vor├╝ber.

Dazu Andreas Appel, Kreisgruppenvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei:
“Ich selbst bin seit meinem Eintritt in die Polizei 1990 immer wieder mit Sprechges├Ąngen wie ÔÇ×Wo, wo, wo wart ihr in RostockÔÇť und ÔÇ×Ich bin nichts, ich kann nichts, gebt mir eine UniformÔÇť und ├ähnlichem bei Eins├Ątzen konfrontiert worden. Im Laufe meiner Dienstjahre habe ich gelernt, damit um-zugehen. Aktuell stelle aber auch ich fest, dass die j├╝ngsten Rassismusvorw├╝rfe nicht spurlos an meinen Kolleginnen und Kollegen vorbeigeht.
So empfinden viele von uns die derzeitigen Aussagen ├╝ber ÔÇ×latenten Rassismus in der PolizeiÔÇť und insbesondere die Kolumne der TAZ (Vergleich mit Abfall) als ├Ąu├čerst kr├Ąnkend!

Allerdings ist uns auch die Methodik durch entgrenzende Provokationen bewusst. Einzelstimmen bekommen ├╝berproportional Gewicht.
Daher war es in den letzten Tagen und Wochen sehr ermutigend, dass sich viele B├╝rgerinnen und B├╝rger klar zu ihrer Polizei bekannt haben. Wir wollen dieses im allgemeinen Kritiksturm besonders hervorheben und damit den Fokus auf die vielen Menschen richten, die mit dem Handeln der Polizei kein Problem haben und verstehen, dass unser Beruf oftmals ausgesprochen schwierig ist.

Positiv bewerten wir auch, dass sich h├Âchste Verantwortungstr├Ąger der Regierung und viele Vertreterinnen und Vertreter der politischen Parteien unterst├╝tzend und wertsch├Ątzend ├Ąu├čern.

F├╝r dieses Vertrauen der weit ├╝berwiegenden Mehrheit der Menschen (auch im Weserbergland), welches ich auch pers├Ânlich als Kontaktbeamter r├╝ckgemeldet bekomme, sind wir sehr dankbar. Jede Stimme, die uns Besch├Ąftigten der Polizei unterst├╝tzt und beisteht, ist wichtig und ermutigend.

Um zu verdeutlichen, wie die Polizeibeamtinnen und -beamte im Weserbergland die Rassismuskritik pers├Ânlich empfinden, habe ich nachfolgend einige Ausz├╝ge aus R├╝ckmeldungen unserer Mitglieder beigef├╝gt. Sie sollen zeigen, dass es Polizistinnen und Polizisten auch als Menschen nicht gleichg├╝ltig ist, was ├╝ber ihre Berufsgruppe in der ├ľffentlichkeit von Einzelnen ├╝berspitzt kommuniziert wird.”

Einige Stimmen aus dem Kollegium der Polizei Weserbergland:
“Ich bin Polizistin. Ich bin Mutter. Ich bin Partnerin, Schwester, Tochter und Freundin.
Was ich nicht bin? Rassistin.” 

“Wir Deutschen sind ein Volk der Denker und Dichter. Heutzutage sind wir ÔÇ×DeutscheÔÇť eben multi-kulti und das ist gut so. Eine so wichtige Bereicherung unserer Gesellschaft, auch um noch besser ÔÇ×denkenÔÇť und ÔÇ×dichtenÔÇť zu k├Ânnen.”

“Wenn nicht langsam verstanden wird, dass wir nicht mehr so weitermachen k├Ânnen wie bisher und nicht proaktiv unsere Standpunkte zu allt├Ąglichen ├ťbergriffen auf Kollegen verdeutlichen und end-lich Reaktionen der Justiz einfordern, dann werden die ÔÇ×GotteskriegerÔÇť, die Linken oder Ultrarech-ten keine 30 Jahre mehr ben├Âtigen, um unser Staatswesen der Vergangenheit angeh├Âren zu las-sen. Es braucht niemand in Deutschland auf die Stra├če zu gehen, um gegen ÔÇ×rassistische Zust├Ąnde und PolizeigewaltÔÇť zu demonstrieren.”

Auf www.facebook.com/gdp.hameln ist der gesamte Brief und alle Stimmen abzurufen.