Hameln wird „Streik-Spot“ der GebĂ€udereinigung: Kein Papierkorb soll mehr geleert werden, keine Toilette sauber gemacht werden, kein Fenster geputzt werden – im Sana-Klinikum in Hameln treten ReinigungskrĂ€fte am heutigen Mittwoch, 25. September, in den Warnstreik.

Die Arbeitsniederlegung ist Teil einer 48-stĂŒndigen Streik-Welle in der GebĂ€udereinigung, die sich im Rahmen einer ersten bundesweiten Aktion auf gezielt ausgewĂ€hlte GebĂ€ude und Einrichtungen konzentriert. Dazu aufgerufen hat die GebĂ€udereiniger-Gewerkschaft IG BAU. Sie reagiere damit auf die KĂŒndigung des Rahmentarifvertrags durch die Arbeitgeber der Reinigungsbranche.

„Die Unternehmen starten den Versuch, den Lohn zu drĂŒcken. Und das insbesondere bei denen, die ohnehin auf jeden Euro achten mĂŒssen: bei TeilzeitkrĂ€ften und Mini-Jobbern. Von ihnen verlangen die Arbeitgeber, dass sie eine Überstunde nach der anderen machen. Einen Zuschlag von 25 Prozent fĂŒr die Mehrarbeit wollen sie aber nicht bezahlen“, sagt der Leiter der IG BAU-Region Niedersachsen, Eckhard Stoermer. Nachdem das Bundesarbeitsgericht in einem aktuellen Urteil entschieden habe, dass auch TeilzeitkrĂ€ften der Überstundenzuschlag zustehe, hĂ€tten die Arbeitgeber kurzerhand den Rahmentarifvertrag Ende Juli platzen lassen.

Was seitdem passiere, sei ungeheuerlich, so Stoermer: „Viele Arbeitgeber versuchen, ihre BeschĂ€ftigten dazu zu ĂŒberreden, geĂ€nderte ArbeitsvertrĂ€ge zu unterschreiben. Wer darauf eingeht, verliert viel. Es geht um massive Abstriche bei Lohn und Urlaub.“

Am Montag in der kommenden Woche wollen die Tarifparteien ihre Verhandlungen fortsetzen. Mit dem Warnstreik in Hameln will die IG BAU den Druck auf den Bundesinnungsverband des GebĂ€udereiniger-Handwerks in der dann bereits sechsten Verhandlungsrunde erhöhen. „Sollte auch die ohne Ergebnis bleiben, steuern wir auf einen massiven Arbeitskampf zu“, so Eckhard Stoermer abschließend. (red)