Krisenfestes Handwerk: Die rund 200 Dachdecker im Landkreis Hameln-Pyrmont haben wÀhrend der Pandemie voll durchgearbeitet. Jetzt sollen sie an der guten Wirtschaftslage der Branche beteiligt werden, fordert die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU).

„Die AuftragsbĂŒcher im Dachdeckerhandwerk sind voll, die Wartezeiten fĂŒr Kunden lang. FĂŒr die BeschĂ€ftigten muss sich die körperlich anstrengende Arbeit auch im Geldbeutel bemerkbar machen“, sagt Stephanie Wlodarski, Bezirksvorsitzende der IG BAU Niedersachsen-Mitte. Die Gewerkschaft verlangt in der laufenden Tarifrunde ein Lohn-Plus von 4,8 Prozent, 100 Euro monatlich mehr fĂŒr Auszubildende sowie die Sicherung der Zusatzrente in der jetzigen Höhe.

Bislang hĂ€tten die Arbeitgeber jedoch kein Angebot vorgelegt, kritisiert Carsten Burckhardt vom IG BAU-Bundesvorstand, der die Verhandlungen fĂŒhrt: „Geht es nach den Unternehmen, sollen sich die BeschĂ€ftigten mit einer Nullrunde begnĂŒgen. Das ist eine UnverschĂ€mtheit – ebenso wie die Forderung nach Einschnitten bei der tariflichen Zusatzrente. Nur die allerwenigsten Dachdecker halten bis zum gesetzlichen Rentenalter durch. Und dann liegen die BezĂŒge oft deutlich unter 1.000 Euro. Deshalb ist eine Extra-Rente so wichtig. Hier darf den BeschĂ€ftigten nicht in die Tasche gegriffen werden – weder bei den kĂŒnftigen Rentnern noch bei denen, die heute schon im Ruhestand sind“, so Burckhardt.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die UmsÀtze in der Dachdeckerei und Bauspenglerei in der ersten, von der Pandemie geprÀgten HÀlfte des Jahres um 6,7 Prozent. Die Verhandlungen werden am 7. Oktober in Frankfurt am Main fortgesetzt.