Eigentlich war in Hameln am 29. Dezember ein verkaufsoffener Sonntag geplant. Diesen hat die Stadt nun abgesagt. Hintergrund sei eine Klage der Gewerkschaft Verdi, die die Ladenöffnung in dieser Form als rechtswidrig betrachtet. Auf die VerlÀngerung des Weihnachtsmarktes bis zum 30. Dezember hat diese Entscheidung keine Auswirkung.

Nach angaben aus dem Rathaus hat sich die Stadtverwaltung dazu entschieden, das Verfahren in der Vorweihnachtszeit nicht mehr gerichtlich auszufechten. „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir eine so kurzfristige Zu- oder Absage weder dem Einzelhandel mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch den Besuchern zumuten wollen“, begrĂŒndet OberbĂŒrgermeister Claudio Griese das Vorgehen. Es sei wichtig, dass alle Beteiligten rechtzeitig Planungssicherheit erhalten.

Bei den Vorbereitungen fĂŒr den 29. Dezember hatte sich die Stadt auf der sicheren Seite gesehen, denn als Anlass fĂŒr die Ladenöffnung sollte der verlĂ€ngerte Weihnachtsmarkt dienen. Genau das fordert nĂ€mlich das NiedersĂ€chsische Ladenöffnungszeitengesetz. Es muss ein „besonderer Anlass“ vorliegen, der „den zeitlichen und örtlichen Umfang der Sonntagsöffnung rechtfertigt“. Verdi ist anderer Auffassung.

Die Stadt wird nach den Worten des Rathaus-Chefs im kommenden Jahr alles daran setzen, verkaufsoffene Sonntage weiterhin zu ermöglichen. Die Klage gegen die Ladenöffnung am 29. Dezember bezeichnet Griese als „falsches Signal“ und „mittlere Katastrophe“ fĂŒr den örtlichen Einzelhandel, der mit großen Problemen zu kĂ€mpfen habe. „Vor dem Hintergrund des verschĂ€rften Wettbewerbs stationĂ€rer Verkaufsstellen mit dem Onlinehandel mĂŒssen wir die Innenstadt und den Einzelhandel stĂ€rken“, sagt Griese. HĂ€ndler seien aufgrund des verĂ€nderten Einkaufsverhaltens darauf angewiesen, sich mit verkaufsoffenen Sonntagen profilieren zu können. Die Klage von Verdi gehe daher in die falsche Richtung. Die Folge könne am Ende sein, dass ArbeitsplĂ€tze im Einzelhandel verloren gehen. (red)