Wo finden sich FlĂ€chen, die die Stadt bislang noch nicht auf dem Schirm hatte und die sich fĂŒr neue WindrĂ€der eignen könnten? In Hameln soll nun eine Diskussion zwischen rechtlich Notwendigem und politisch Gewolltem, ohne Denkverbote, aber mit Tabukriterien angestoßen werden. Weil das Thema so sehr die GemĂŒter erhitze, setze die Stadt auf eine enge Einbindung der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger.

In einem ersten Schritt hat die Verwaltung bereits Ausschlussgebiete definiert, so genannte harte Tabuzonen. Das bedeutet, dass es dort ein Bauverbot fĂŒr Windenergieanlagen gibt. Dazu zĂ€hlen zum Beispiel bebaute Gebiete oder Naturschutzgebiete. In einem weiteren Schritt klopft die Verwaltung die verbliebenen FlĂ€chen hinsichtlich weicher Tabukriterien ab. Auch sie können zum Ausschluss von Windkraftanlagen fĂŒhren. Beispielsweise der Abstand zu einem Wohngebiet. WĂ€hrend an den harten Tabukriterien nicht zu rĂŒtteln sei, könne bei den weichen Tabukriterien jedoch abgewogen werden, was einer Stadt wichtig ist, heißt es aus dem Rathaus.

Aktuell haben BĂŒrger, NaturschutzverbĂ€nde, aber auch andere Behörden bis zum 17. Juni die Möglichkeit, zu den Ausschlussgebieten Stellung zu nehmen. Ziel dieser Beteiligung sei es, weitere Hinweise zur Abgrenzung der harten Tabukriterien und erste Hinweise zu weichen Kriterien zu bekommen.

FĂŒr den Sommer plant die Stadt eine öffentliche Veranstaltung. BĂŒrger, Vertreter von NaturschutzverbĂ€nden und OrtsrĂ€te sind eingeladen, gemeinsam ĂŒber weiche Tabukriterien zu diskutieren und diese mit PrioritĂ€ten zu versehen. Sollen zum Beispiel WaldflĂ€chen mit besonderer Bedeutung fĂŒr die Erholung von der Windenergienutzung ausgeschlossen werden? Und welchen Stellenwert haben Aspekte des Natur- und Artenschutzes?

Am Ende heißt es zu schauen, welche FlĂ€chen ĂŒbrig bleiben, wenn harte und weiche PotenzialflĂ€chen abgezogen werden. Diese sogenannten PotenzialflĂ€chen kommen grundsĂ€tzlich fĂŒr Windenergie in Betracht. „Dabei gilt es, einerseits der Windenergie ausreichend Raum zu geben, wie es die Gerichte fordern, andererseits aber auch mögliche konkurrierende Nutzungen nicht aus den Augen zu verlieren“, erklĂ€rt die Verwaltung.

Mit dem Planentwurf erfolgt dann die nĂ€chste politische Beratung. Die OrtsrĂ€te werden beteiligt und als Besonderheit soll es wiederum eine gemeinsame Veranstaltung mit allen OrtsrĂ€ten und dem Stadtentwicklungsausschuss geben. Mit dem konkreten Planwerk startet die letzte Stufe der Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden. Am Ende steht ein Beschluss des Rates. Abschließend plant die Stadt nochmals eine Info-Veranstaltung fĂŒr alle interessierten BĂŒrger.

(red)