Anl├Ąsslich des 10-j├Ąhrigen Bestehens des Palliativst├╝tzpunktes Hameln-Pyrmont fand Ende Oktober ein Informationstag f├╝r Fachpublikum und interessierte B├╝rger im Weserbergland-Zentrum in Hameln statt. Etwa 1200 Besucher folgten der Einladung und informierten sich bei Fachvortr├Ąge und an Infost├Ąnden ├╝ber medizinische, pflegerische und spirituelle Themen rund um die letzte Lebensphase in Situationen schwerer Krankheit.

Begonnen wurde der Tag mit den Gru├čworten von der stellvertretenden Landr├Ątin Ruth Leunig und Hamelns Oberb├╝rgermeister Claudio Griese. Beide brachten zum Ausdruck, wie wertvoll die Arbeit des Teams rund um die drei gesch├Ąftsf├╝hrenden Palliativ├Ąrzte Dr.Frank H. Heithecker, Michael Scheider und Ute Watzlaw-Schmidt nicht nur f├╝r die betroffenen Patienten und ihre Angeh├Ârigen, sondern f├╝r die ganze Region ist. ÔÇťWir sind dankbar, dass engagierte ├ärzte bereits vor mehr als zehn Jahren diesen Versorgungsengpass f├╝r schwerstkranke Menschen erkannt und dieses hochprofessionelle Versorgungskonzept entwickelt habenÔÇť, lobten die Vertreter der Politik und wiesen darauf hin, dass eine derartige palliativmedizinische Versorgung nicht in allen Regionen Deutschlands selbstverst├Ąndlich sei.

Wie angesehen die Arbeit des Palliativst├╝tzpunktes auch in Fachkreisen ist, zeigte sich darin, dass Professor Dr. med. Friedemann Nauck, der Gr├╝nder der Deutschen Gesellschaft f├╝r Palliativmedizin f├╝r die Veranstaltung gewonnen werden konnte. Er hielt einen Vortrag zum Thema ÔÇ×Therapieziel├Ąnderung in palliativen SituationenÔÇť.

In der Mittagspause sorgten die Pflege-Sch├╝lerinnen der Elisabeth-Selbert-Schule mit selbst zubereitetem Fingerfood f├╝r das leibliche Wohl der Besucher. Au├čerdem bestand Gelegenheit zum Austausch mit den Vortragenden und den Teammitgliedern des Palliativst├╝tzpunktes. So stellten interessierte B├╝rger vielf├Ąltige Fragen, aber auch Angeh├Ârige bereits verstorbener Patienten nutzten die Zeit, um sich noch einmal ausdr├╝cklich zu bedanken.

Danach nahm Ute Watzlaw-Schmidt die Besucher mit auf einen ganz pers├Ânlichen R├╝ckblick zur Entstehungsgeschichte des Palliativst├╝tzpunktes und zeigte, mit wie viel Engagement dieses prim├Ąr ehrenamtliche Projekt entwickelt wurde. So mussten zun├Ąchst die Fachpflegekr├Ąfte aus-und weitergebildet werden und vielf├Ąltige b├╝rokratische H├╝rden genommen werden. ÔÇ×Palliativmedizin l├Ąsst sich nur im multiprofessionellen Team leisten und richtet sich nach den W├╝nschen und Vorgaben des PatientenÔÇť, erkl├Ąrte die Watzlaw-Schmidt und f├╝gt hinzu: ÔÇ×Die Lebensqualit├Ąt des betroffenen Menschen und seiner Angeh├Ârigen steht f├╝r uns im Vordergrund unseres Handelns. M├Âglichst wenig k├Ârperliche und seelische Beschwerden sollen die letzte Lebenszeit belasten und ein w├╝rdevolles Leben und Sterben erm├Âglicht werden.ÔÇť

In den letzten zehn Jahren wurden nach Angaben der Palliativ├Ąrztin mehr als 3000 Patienten von mittlerweile 16 Palliativ├Ąrzten versorgt, 200 Pflegekr├Ąfte aus 22 verschiedenen Pflegediensten aus- und weitergebildet und Menschen in einem Umkreis von mehr als 40 Kilometer um Hameln herum betreut.

Hospiz- und Palliativversorgung in Hameln-Pyrmont

Der Palliativst├╝tzpunkt Hameln-Pyrmont stellt die palliative Versorgung schwerstkranker Menschen im Landkreis und in den daran angrenzenden Regionen sicher. Entstanden ist er aus der ehrenamtlichen Vision, Menschen mit schwerwiegenden, lebensverk├╝rzenden Erkrankungen und k├Ârperlich und seelisch belastenden Symptomen medizinische, pflegerische und spirituelle Hilfe zu bieten, wenn sie diese am N├Âtigsten haben. Mittlerweile ist aus dieser Idee heraus eines der der gr├Â├čten Palliativ-Teams Niedersachsens entstanden.

Wer wird versorgt?

Durch das Konzept der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) werden Patienten mit einer nicht heilbaren, weit fortgeschrittenen und weiter fortschreitenden Erkrankung versorgt, deren Leben zeitlich begrenzt ist (in der Regel unter einem Jahr). Zus├Ątzlich m├╝ssen komplexe Krankheitssymptome mit besonderer Schwere und ein Krankheitsverlauf mit vielf├Ąltigen Problemen voraus gegangen sein. H├Ąufig wird eine aufw├Ąndige, spezialisierte medizinische Versorgung ben├Âtigt, f├╝r die bestimmte fachliche Voraussetzungen erf├╝llt werden m├╝ssen. Die SAPV muss von einem Arzt verordnet werden und die Notwendigkeit wird regelm├Ą├čig vom MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) ├╝berpr├╝ft.

Das Team des Palliativst├╝tzpunktes Hameln-Pyrmont ist ├╝ber eine 24-Stunden Hotline 365 Tage im Jahr erreichbar. Weitere Informationen zur Palliativversorgung im Landkreis Hameln-Pyrmont gibt es unter www.palliativstuetzpunkt-hameln-pyrmont.de. (red/mik)