Zwischen Tränen und Lachen: Als Clinic-Clown im Sana-Klinikum

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Freid Lotta Sana Clinic-Clowns
Mit Frieda und Lotta wird es nie langweilig. Foto: Brümmer

Ein Tag mit Frieda und Lotta

Schmerzen und Sorge regieren den Alltag im Krankenhaus. Besonders groß ist die Furcht bei den kleinsten Patienten auf der Kinderstation. Nadeln, fremde Umgebung und Schmerzen machen es Kindern, Eltern, Ärzten und Pflegepersonal nicht leicht, doch diese Sorgen rücken jeden zweiten Freitag in den Hintergrund, denn dann kommen die Clinic-Clowns zu Besuch auf die Kinderstation im Sana-Klinikum Hameln. Sie sorgen für eine lockere Atmosphäre auf der ganzen Station und zaubern den Patienten ein Lächeln aufs Gesicht. Unsere Redaktion durfte die Clowns Frieda und Lotta einen Tag lang begleiten.

Sie springen in die Nase

Nichts zeichnet einen Clown mehr aus als seine rote Nase. Genauso ist es bei Frieda und Lotta auch: Wenn Dagmar Ibendorf und Anja Niermann ihre Nasen aufsetzen werden die beiden zu Frieda und Lotta. „Man springt in die Nase und damit auch in den Charakter“, erklärt Anja Niermann im Interview. Ibendorf und Niermann absolvierten beide die staatlich anerkannte Clowns-Ausbildung am TUT, Schule für Tanz, Clown und Theater, in Hannover. „Die Ausbildung dauert mehrere Jahre und dann gibt es noch eine Fortbildung zum Clinic-Clown“, erklärt Ibendorf. Neben Zaubertricks, Puppenspiel, Tanz, Gesang und das Zusammenspiel lernen die Clowns in der Fortbildung zum Clinic-Clown alles zum Thema Hygiene, Einfühlungsvermögen und stärken ihre Clownspersönlichkeiten. Die Clowns sind beim Verein angestellt. Dagmar Ibendorf ist beispielsweise ein „Vollzeit-Clown“ und möchte den Beruf nicht missen. „Wir bekommen sehr viel zurück“, ergänzt sie.

Die Arbeit als Clinic-Clown sei im Vergleich zur Arbeit auf der Bühne sehr unterschiedlich. Hier steht nicht der Clown im Mittelpunkt, sondern das Kind wird zum Star. „Unsere Arbeit auf der Station ist wie ein Adventskalender. Man öffnet eine Tür und weiß nie was dahinter steckt“, verdeutlicht Dagmar Ibendorf.

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt

Dies zeigt auch der erste Besuch des Tages: Pascal (Die Namen aller Kinder wurden geändert) und seine Eltern treffen auf dem Flur auf die beiden Clowns. Zunächst ist der junge Patient von circa vier Jahren eingeschüchtert, doch Frieda und Lotta brechen schnell das Eis. Gemeinsam wird gespielt, gelacht und eine halbe Stunde vergisst Pascal seine Nacht im Krankenhaus. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und aus dem zunächst schüchternen Jungen wird ein starker Ritter, der die tollpatschige Frieda aus einer Burg befreit. Als Erinnerung gibt es noch ein Foto mit den Clowns und eine neuen tapferen Begleiter in Form eines Luftballon-Hundes.

Manchmal sind Clowns auch ganz ruhig

Im nächsten Zimmer wird das eingespielte Duo schon erwartet. Die kleine Lilli wird heute entlassen und zum Abschied gibt es ein Lied von Frieda und Lotta. Doch auf dem Zimmer liegt auch Annette, die wesentlich ist älter als Lilli, bereits seit einigen Wochen im Krankenhaus ist und noch nicht gehen darf. Annette ist ruhig und wirkt sehr traurig. Im Gegensatz zu der Aktion im Zimmer von Pascal sind die Clowns viel ruhiger und schaffen eine tröstende und wärmende Atmosphäre. Lotta bläst Seifenblasen in die Luft und sagt zu Annette: „Wenn man eine Seifenblase zwischen den Fingern zerreibt, darf man sich was wünschen.“ Auch wenn der Teenager vielleicht nicht mehr im typischen „Clownsalter“ ist, fängt sie eine Seifenblase und zerreibt sie langsam mit den geschlossenen Augen. Jetzt scheint die Sorge in diesem Zimmer irgendwie leichter zu sein.

Die Patienten als Stars

Im letzten Zimmer treffen wir auf Mia und ihre Mutter. Auch Mia darf heute das Krankenhaus verlassen. Zunächst fragen Frieda und Lotta ob sie denn schon in die Schule geht, denn die beiden Clowns brauchen Hilfe bei ihren Hausaufgaben. Noch scheint Mia etwas zurückhaltend, doch das ändert sich schnell als sie von Lotta einen pinken Zauberstab erhält. Die Clowns müssen Bilder in ein leeres Buch zaubern und brauchen dafür die magische Hilfe von Mia. Auch ihre Mutter bekommt einen Zauberstab oder besser gesagt eine Klobürste und muss mithelfen. Gemeinsam schaffen sie es sogar bunte Bilder in das Buch zu zaubern und hinterlassen damit einen bleibenden Eindruck.

Eine Atmosphäre die man nicht vergisst

Die Clowns bleiben auch nach den Besuchen in Kontakt mit Ärzten, Pflegepersonal oder Besuchern auf dem Flur noch in ihrer Rolle, denn nicht nur Kinder können ein Lächeln vertragen. Der Arbeitsalltag im Krankenhaus ist stressig und belastend, doch wenn die Clowns durch die Gänge ziehen wirkt alles etwas leichter und bunter.

Weitere Informationen zu den Clinic-Clowns und zum Verein gibt es unter www.clinic-clowns-hannover.de