Die aus der Corona-Pandemie entstandenen Restriktionen haben gravierende Auswirkungen auf viele Handelswege, unter anderem auch für Milch und Milchprodukte. Einige Molkereiprodukte sind derzeit nur schwer zu vermarkten, insbesondere sind die Produktschienen für den Großhandel und Export betroffen.

Auf dem innerdeutschen bzw. innereuropäischen Markt können nicht alle angelieferten Milchmengen abgesetzt werden, einige Molkereien haben ihre Lieferanten bereits zur freiwilligen Reduzierung der Auslieferungsmengen aufgerufen. Bei dem sich verstärkenden Druck auf die Erzeugerpreise sieht Land schafft Verbindung Deutschland e.V. (i.G.) eine Anpassung der erzeugten Milchmenge an die aktuell schwierige Vermarktungssituation als Notwendigkeit, da sich Spotmilchpreise, der auf Rohstoffwert sowie der Börsenmilchwert im „freien Fall“ befinden.

Es gebe zum Beispiel folgende Optionen, um eine Verbesserung der Marktsituation herbeizuführen:
Stufe 1 – eine zunächst freiwillige europaweite Verringerung der Anlieferungsmenge gegen finanziellen Ausgleich,
Stufe 2 – eine europaweite, für jeden Betrieb verpflichtende Reduktion der Anlieferungsmenge, sollte Stufe 1 nicht ausreichend sein.

Die freiwillige Verringerung gegen Ausgleich ist für die Vereinigung in der aktuellen Situation das Mittel der Wahl – sozusagen „Kurzarbeitergeld für Kühe“.

Die Milchverringerungsbeihilfeverordnung vom 11. September 2016 könne hier eine  Grundlage zur Entscheidungsfindung und letztendlichen Umsetzung sein. Mögliche Reduktionsmaßnahmen sollten nicht vor einer Erholung des Milchmarkts beendet werden.

Eine Erholung am Milchmarkt sei als gegeben zu betrachten, wenn die Auszahlungspreise den Kieler Börsenmilchwert vom 15. Januar 2020 wieder erreicht haben.
“Eine öffentlich subventionierte Lagerhaltung halten wir für nicht zielführend, da die Nachfrage durch diese Maßnahmen zwar erhöht werden würde, jedoch das bei der Wiederauslagerung verstärkte Angebot die Preise langfristig negativ beeinflussen würde”, heißt es von der Vereinigung. Als Beispiel sei hier die bei der letzten Krise eingelagerten Milchpulvermengen genannt, die noch bis ins Jahr 2019 den Markt belasteten und eine Regulierung verhinderten. “Wir sehen daher in der Anpassung des Angebots an die Nachfrage eine bessere Option für die Milcherzeuger.”

Die „Fachgruppe Milch“ von Land schafft Verbindung Deutschland steht mit ihrer Expertise für weiterführende, detaillierte Gespräche bereit, um eine zielführende Entscheidungsfindung zu unterstützen.