PflegekrĂ€fte sollen eine einmalige PrĂ€mie von bis zu 1.000 Euro fĂŒr ihren außerordentlichen Einsatz wĂ€hrend der Corona-Pandemie erhalten, weitere 500 Euro sollen von den LĂ€ndern und den Arbeitgeber*innen dazu gegeben werden. Jubel oder BestĂŒrzung?
Ist der Pflegebonus eine angemessene EntschĂ€digung fĂŒr die PflegekrĂ€fte, die mit ihrem Einsatz fĂŒr erkrankte und pflegebedĂŒrftige Menschen in den letzten Wochen unermĂŒdlich und bis an ihre Belastungsgrenzen und darĂŒber gearbeitet haben?

„Eigentlich ist es nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Kirsten Wente, Gleichstellungsbeauftragte beim Landkreis Hameln-Pyrmont, denn „das ist hinsichtlich der Pflegeleistung und der erschwerten Bedingungen wĂ€hrend der Corona-Krise unzureichend und ungenĂŒgend.“ Die Einkommenssituation in der Altenpflege ist von jeher miserabel und gehört zu den vielen anderen sogenannten Frauenberufen, die schlecht bezahlt werden. Diese Situation ist seit Jahren bekannt und geĂ€ndert hat sich nichts, obwohl der extreme Personalmangel ein deutliches Signal aussendet. Einmalzahlungen sind nett, wiegen aber nicht die permanente WertschĂ€tzung dieser Berufsgruppe auf. Pflegearbeit, die ĂŒberwiegend von Frauen geleistet wird, ist systemrelevant, vor, wĂ€hrend und nach der Krise!

Insgesamt benötigen wir fĂŒr die Altenpflege tiefgreifende strukturelle VerĂ€nderungen und eine komplette Neubewertung dieser Arbeit, einer kontinuierlichen finanziellen Aufwertung, geregelt in allgemeinverbindlichen TarifvertrĂ€gen. Es braucht mehr Personal in der stationĂ€ren und ambulanten Altenpflege und insgesamt eine weitreichende Verbesserung der Arbeitsbedingungen.