„Die Entscheidung ist gefallen“, teilt die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Hameln-Pyrmont Kirsten Wente, mit.

„WĂ€hrend der Corona-Pandemie sind Kitas und Schulen wieder bis zum 31.01.2021 geschlossen und erneut stehen Eltern – insbesondere MĂŒtter – vor der Herausforderung, wie sie Kinderbetreuung und BerufstĂ€tigkeit vereinbaren sollen. Von zusĂ€tzlichem, bezahlten Urlaub war ursprĂŒnglich die Rede. Hoffnungsvoll hieß es: “FĂŒr Eltern werden zusĂ€tzliche Möglichkeiten geschaffen, fĂŒr die Betreuung der Kinder im genannten Zeitraum bezahlten Urlaub zu nehmen.“ Herausgekommen ist eine Mogelpackung.

Die staatliche EntschÀdigung betrÀgt nur 67%
Beschlossen wurde zunĂ€chst nur, den § 56 Abs. 1a des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) zu ergĂ€nzen fĂŒr den Wegfall von PrĂ€senzunterricht in der Schule oder eine VerlĂ€ngerung der Schulferien. Diese staatliche EntschĂ€digung betrĂ€gt aber nur 67% des Verdienstausfalls – das entspricht nicht bezahltem Urlaub! Da es zudem ĂŒberwiegend Frauen sind, die fĂŒr die Betreuung der Kinder zu Hause bleiben, sind sie es, die die hohen Einkommenseinbußen haben. Somit lĂ€sst sich auch der immer noch vorhandene Gender Pay Gap von mehr als 20% niemals schließen! Nun sind darĂŒber hinaus 10 zusĂ€tzliche Kinderkranktage pro Elternteil beschlossen worden, die jetzt auch in Anspruch genommen werden dĂŒrfen, wenn Schule oder Kita aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen sind. Bei Kinderkranktagen wird eine Lohnersatzzahlung geleistet. Auch das ist kein zusĂ€tzlicher bezahlter Urlaub, sondern nicht viel mehr als eine Mogelpackung.“

FĂŒr die Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauen- und GleichstellungsbĂŒros in Niedersachsen (lag) sind Einkommenseinbußen bei pandemiebedingten Kita- und Schulschließungen nicht hinnehmbar! Weder 67% des Verdienstausfalls noch Lohnersatzzahlungen sind akzeptabel. Frauen dĂŒrfen nicht in jeder Hinsicht Verliererinnen der Corona-Pandemie werden. Deshalb braucht es eine gesicherte Lohnfortzahlung, also zu 100% bezahlten zusĂ€tzlichen Urlaub fĂŒr Eltern, die ihre Kinder bei Kita- und Schulschließung zu Haus betreuen mĂŒssen. Bei den finanziellen Hilfen darf der Blick nicht lĂ€nger einseitig auf die UnterstĂŒtzung von Wirtschaftsunternehmen gerichtet werden.

Es mĂŒssen endlich die Familien im Fokus stehen.