Nienburg (ots) Die Beamten der Wasserschutzpolizeistation Nienburg gerieten ins Staunen, als Sie am 05. Januar dieses Jahres während einer Streifenfahrt mit ihrem Boot W15 in Höhe Hoya mittig im Wasser einen Gegenstand zu Tal treibend sahen, der sich bei näherem Hinsehen als Flaschenpost entpuppte.

Die gut versiegelte Flasche beinhaltete einen Brief von der elfjährigen Theda Johanna Gräpel aus Bücken, die auf diesem Weg Brieffreundschaften während der Corona-Krise suchte. Die Beamten überlegten nicht lange und notierten sich Name und Anschrift der Absenderin mit dem Ziel, ihr eine Antwort zukommen zu lassen. Da die Absenderin aus Bücken kam und die Flasche noch keinen sehr weiten Weg hinter sich hatte, setzten die Beamten sie danach zurück ins Wasser. Sie wünschten Theda, dass sie auf diesem Weg noch weitere spannende Briefe aus weiter entfernten Gegenenden erhält.

Die Beamten waren von der Flaschenpost und dem kreativen Versuch zu Corona-Zeiten Kontakt zu anderen Menschen herzustellen allerdings auch so begeistert, dass die Idee entstand, Theda mit einem kleinen Präsent sowie einer Besichtigung des Polizeikommissariats Hoya zu überraschen.

Übergabe des Präsents an der Polizeistation.
Foto: PR

Eine leere Punschflasche und eine Idee
Am 15.02.2021 war es dann so weit. Theda besuchte gemeinsam mit ihrer Mutter die Dienststelle in Hoya, selbstverständlich unter Einhaltung der Hygienebestimmungen. Darüber hinaus durfte sie sich über ein kleines Präsent in Form eines Turnbeutels mit darin versteckten kleineren Leckereien erfreuen. Theda schilderte gegenüber den Beamten, dass an Weihnachten eine leere Punschflasche übrigblieb, mit der sie ursprünglich etwas basteln wollte. Nach etwas Überlegungszeit entstand gemeinsam mit ihrer Mutter die Idee, eine Flaschenpost zu versenden. Ihre Mutter hatte auf diesem Wege in der Jugend eine Brieffreundin gewonnen. Nachdem Theda einen Brief schrieb, warf sie die Flaschenpost mit ihrer Mutter an der Weserbrücke in Hoya in den Fluss. Überrascht und glücklich zugleich war sie, als tatsächlich kurze Zeit später eine Antwort der Polizei kam und sich ihr sogar die Gelegenheit bot, die Dienststelle zu besichtigen.

Theda darf sich zudem auch über eine noch bevorstehende Besichtigung der Wasserschutzpolizeistation in Nienburg/Weser freuen. Sobald die Corona-Lage sich wieder entspannt hat und Lockerungen der Kontaktbeschränkungen folgen, erhält sie die Gelegenheit, ihre neuen Brieffreunde persönlich kennenzulernen und dabei auch das Streckenboot zu besichtigen.

“Liebe Theda, wir wĂĽnschen dir dabei schon jetzt viel SpaĂź!”, grĂĽĂźt Andrea Kempin, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg, im Namen der Kollegen und Kolleginnen der PI Nienburg/Schaumburg.