Sechs Fehlalarme in knapp drei Monaten zählt die Feuerwehr in der Grundschule Kirchohsen. Schuld daran ist ein installiertes Rauchmeldesystem, das Leben retten soll, aber nicht ordnungsgemäß funktioniert. Im Februar häufen sich die Vorfälle. Jetzt ist die Funkverbindung unter den vernetzten Rauchmelder getrennt worden.

Sechs Eins√§tze f√ľr die Feuerwehr

Zwischen November 2019 und Februar 2020 mussten die Freiwilligen der Feuerwehren Kirchohsen, Grohnde und Amelgatzen sechsmal in die Grundschule Kirchohsen ausr√ľcken. Auch am Sonntag, 16. Februar, sowie Montag, 17. Februar, fast zeitgleich gegen 10.20 Uhr, schrillte der Alarm. Zwischen 19 und 39 Feuerwehrangeh√∂rige suchten die R√§ume ab, eine Ursache f√ľr die Alarmierung wurde nicht gefunden. Die Kosten pro Einsatz sind in der Gemeindeordnung festgelegt: pauschale 250 Euro.

Doch welches System verursachte diese Fehlalarme? Wir haben nachgefragt bei Patrick Schwedt, Pressesprecher der Gemeindefeuerwehr Emmerthal.

Schwedt sagt, dass es sich, wie oft vermutet wird, bei den in der Grundschule Kirchohsen verbauten Rauchwarnmeldern nicht um eine sogenannte Brandmeldeanlage (BMA) handelt. Diese w√ľrde bei einer Rauchmeldung sofort einen Alarm an die zust√§ndige Feuerwehreinsatzleitstelle √ľbermitteln und so die nach der festgelegten Alarm- und Ausr√ľckordnung zust√§ndige Feuerwehr alarmieren. Auch k√∂nnen die Einsatzkr√§fte dann auf einem Feuerwehr-Tableau vor Ort einsehen, welcher Melder den Alarm ausgel√∂st hat.

Keine Brandmeldeanlage in der Grundschule

F√ľr die Grundschule Kirchohsen ist der Einbau einer BMA nicht vorgeschrieben. Doch zur Erh√∂hung der Sicherheit der Sch√ľler und Lehrkr√§fte habe die Gemeinde Emmerthal als Tr√§ger der Einrichtung dennoch funkvernetzte Rauchwarnmelder installieren lassen. Solche Heimrauchmelder seien f√ľr jedermann im Fachhandel in verschiedenen Ausf√ľhrungen und Preisklassen erh√§ltlich, stellt der Feuerwehrmann fest. Die etwas teureren Modelle sind untereinander per Funk zu vernetzt. Entscheidend f√ľr diese Systeme aber sei, dass solange niemand den Notruf 112 √ľber ‚Äěein Piepen in dem Haus‚Äú informiert, feuerwehrseitig nichts passiere.

Beim Ausl√∂sen der Rauchwarnmelder werde das Schulgeb√§ude gem√§√ü Alarmplan sofort ger√§umt und ein Notruf √ľber das Sekretariat abgesetzt. Die Feuerwehr kommt und musste, da bisher niemals festzustellen war, welcher der erstausl√∂sende Melder war, das komplette Geb√§ude Raum f√ľr Raum kontrollieren.

Schwedts Vermutung ist, dass einer der Melder eine unregelm√§√üig wiederkehrende Fehlfunktion hat, die zu der H√§ufung der Eins√§tze in diesem Objekt gef√ľhrt hat. Damit dieses zuk√ľnftig nicht mehr vorkommt, wurde die Funkverbindung zwischen den Rauchwarnmeldern getrennt. So erhofft man sich, das defekte Ger√§t zu lokalisieren und austauschen zu k√∂nnen. (gla)